“Engagement vor Ort mobilisieren”
- 18.03.2011
- Kategorie: Allgemein . Kultursplitter
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“Arnsbergs Helden” wurden in Berlin gefeiert
Von Winfried Dolderer – WESTFALENPOST Arnsberg (print), 18.03.2011
BERLIN. – Er ist ja derzeit ein gefragter Mann, aber diesen Auftritt im “Forum” der DZ-Bank hat sich Norbert Röttgen doch nicht nehmen lassen. Um dort zum Beispiel Andreas Bremke zu treffen oder Kirsten Minkel oder auch Petra Schmitz-Hermes. Es ist die Preisverleihung für “Arnsbergs Helden” in der Bundeshauptstadt Berlin.

Kirsten Minkel erläuterte bei der Preisverleihung in Berlin das Konzept des ausgezeichneten Projekts "Arnsbergs Helden". - Foto: Kai Bienert
Dies sei, sagt der Umweltminister, “beweisbar der einzige Veranstaltungstermin, den ich in diesen Tagen nicht abgesagt habe”. Nun sind zugegebenermaßen die Arnsberger nicht die einzigen, die am Mittwochabend in der Berliner Niederlassung der Volks- und Raiffeisenbanken schräg gegenüber dem Brandenburger Tor im Rampenlicht stehen, der Preisrede des Laudators Röttgen lauschen, eine Urkunde und 5000 Euro entgegennehmen.
Vier “Bürgerstiftungen” werden für ihr Engagement geehrt, zwei aus NRW, eine aus Niedersachsen, eine aus Brandenburg, unter ihnen die Arnsberger in der Kategorie “Mitgestalten”.
Seit 15 Jahren gibt es “Bürgerstiftungen” hierzulande, mittlerweile 292, die gemeinsam über ein Stiftungskapital von 200 Millionen Euro verfügen. Weltweit steht Deutschland damit an zweiter Stelle hinter den USA, von wo die Bewegung bereits 1914 ihren Ursprung hatte. Bürgerstiftungen wollen jeweils in einer Gemeinde, in einer Region Dinge zum Besseren verändern, “Engagement vor Ort mobilisieren, bündeln, fördern”, sagt Werner Böhnke.
In Berlin residiert als Zentrale der Bürgerstiftungen der Verein “Aktive Bürgerschaft”, dessen Kuratorium der Bankmanager Böhnke vorsitzt. Seit 1998 fahndet er Jahr für Jahr nach preiswürdigen Projekten in vier Kategorien, entsprechend den Funktionen, die eine Bürgerstiftung erfüllen soll: Mitbestimmen, Mitmachen, Mitgestalten, Mitstiften. In den vergangenen 13 Jahren haben sich über 1000 Initiativen um den Förderpreis beworben, diesmal waren es knapp 40, die sich in einem mehrstufigen Verfahren schließlich in Berlin dem Urteil der Jury stellen.
Die Arnsberger gründeten 2007 ihre Bürgerstiftung. “Wir sind im fünften Jahr. Wir machen Jugend und Bildung zum Schwerpunkt unserer Arbeit”, sagt der Vorsitzende Bremke, der diesen Abend, die Preisverleihung, als “tolle Bestätigung” des bisher Geleisteten empfindet.

Die "Arnsberger Helden" vor dem Brandenburger Tor in Berlin: Die Bürgerstiftung Arnsberg wurde mit dem Förderpreis der "Aktiven Bürgerschaft" ausgezeichnet. - Foto: Kai Bienert
Jugendliche zu bewegen, in ihrer Gemeinde mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen, das ist auch der Ansatz des jetzt prämierten Projekts “Arnsbergs Helden” gewesen. Die Bürgerstiftung schrieb einen Wettbewerb aus, an dem sich junge Arnsberger im Alter bis zu 21 Jahren mit Ideen für die Zukunft ihre Stadt beteiligen konnten.
Den ersten Preis gewann ein Theaterprojekt von Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten. “Arnsbergs Helden”, eine jener Initiativen die “die Gesellschaft besser machen”, so würdigte die Jury die prämierte Idee. “Den jungen Leuten die Angst zu nehmen, Verantwortung zu tragen”, für Kirsten Minkel die bei der Stiftung das in Arnsberg siegreiche Theaterprojekt betreut, ist das ein wesentliches Lernziel.
“Ohne bürgerschaftliches Engagement, ohne Bürgerstiftungen kann es keine funktionierende Gesellschaft geben”, sagt in seiner Laudatio der Minister Norbert Röttgen. Menschen brauchten Vorbilder: “Elite zu sein, bemisst sich auch daran, ob man Werte vorlebt.”
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KOMMENTAR: Ein Preis für das junge Arnsberg
Das ist doch mal was. Preise sind immer schön, und Arnsberg hat ja auch auf anderen Ebenen schon einige davon eingeheimst. Dass nun aber ausgerechnet “Arnsbergs Helden” bundesweites Ansehen gefunden hat, ist ein sehr gutes Signal für die Stadt. Es geht mal nicht um die zweifelsfrei auch wichtigen Themen Demenz, Seniorenfreundlichkeit und Alter, sondern um das junge Arnsberg. Der Preis für das Konzept der Bürgerstiftung Arnsberg ist nicht allein Anerkennung für die Initiatoren, sondern vor allem auch für die vielen jugendlichen Ideengeber und deren entwickelten Projekte. Ein Preis für die Zukunft.
Martin Haselhorst
Weitere Infos auf www.arnsbergs-helden.de
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